BBS Rodalben

Ihr Partner für berufliche Bildung im Landkreis Südwestpfalz                 

  • Startseite

Herzlich willkommen an der BBS Rodalben,

dem Bildungszentrum für berufliche Bildung im Landkreis Südwestpfalz seit über 75 Jahren.

Wir bieten ein breit gefächertes Bildungsangebot im gewerblich/technischen, kaufmännischen und sozialen/hauswirtschaftlichen Bereich mit Bildungsabschlüssen von der Berufsreife bis zur allgemeinen Hochschulreife.

previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow
Shadow
Slider

Verschaffen Sie sich einen Überblick über unser umfassendes Bildungsangebot und nutzen Sie unsere Internetseite zur persönlichen Information und Kontaktaufnahme.

Fachschule Sozialwesen in Teilzeit

Aktueller Hinweis:

Ab dem nächsten Schuljahr 2020/2021 wird die Fachschule Sozialwesen - Fachrichtung Sozialpädagogik (Erzieher) - an der BBS Rodalben auch in Teilzeit angeboten.

Schulpartnerschaft BBS Rodalben-Sucha Beskidzka

1368533676 logo dpjw flach 4c

Hallo, ich heiße Leon, bin 18 Jahre alt und gehe noch zur Schule. Normalerweise. Im Moment aber besuchen uns 12 polnische Jugendliche und vier Lehrer unserer Partnerschule aus Sucha Beskidzka, Polen. Das heißt, wir erleben zusammen viele aufregende Momente. Was es mit der Schulpartnerschaft auf sich hat und wie sie sich entwickelte, erzähle ich euch später.

Ich bin schon zum zweiten Mal dabei. Der Grund: Ich habe etwas zu sehr gechillt und das zu erwartende Zeugnis entsprach nicht meinen Erwartungen. Deshalb habe ich beschlossen, dieses Schuljahr nochmals mit mehr Ernst und Fleiß zu wiederholen. Der Vorteil: Ich kann wieder am Projekt teilnehmen. Vielleicht sollte ich euch doch zuerst das Projekt vorstellen. Vor fast zehn Jahren haben der Kreis Südwestpfalz und der Kreis Suski in Kleinpolen beschlossen, eine Partnerschaft einzugehen. Schon früh sollten die Schulen beteiligt werden. Meine Schule, die BBS Rodalben, hat dann Kontakte zur Schule in Sucha Beskidzka aufgenommen.

IMG 20190607 141243 

Die ersten Begegnungen fanden im Rahmen von Comenius-Projekten statt. Waren anscheinend internationale Veranstaltungen, weiß ich aber nicht so genau. Aber ein paar Bekannte, die dabei waren, haben gesagt, es wäre cool gewesen. Die waren zusammen mit den Polen sogar in Süditalien, Mallorca und in der Türkei. Dabei war es super günstig. Aber sie haben auch gesagt, die Lehrer hatten Mordsstress mit den Anträgen und so. Unser Projekt ist für uns auch richtig preiswert. So können viele Jugendliche mitfahren, die normalerweise keine Kohle für solche Begegnungen haben. Find ich klasse. Seit vier Jahren gibt es nun eine feste Schulpartnerschaft zwischen beiden Schulen. Wir fahren eine Woche nach Polen und die Polen kommen eine Woche zu uns. Ist eine feste Einrichtung mittlerweile. Ich hoffe, dass es noch lange so bleibt, damit noch mehr junge Menschen wie ich daran teilnehmen können.

 IMG 20190607 151206

So, jetzt möchte ich euch aber erzählen, was wir gestern erlebt haben. Wir haben zusammen mit unseren polnischen Freunden auf dem Friedhof in Donsieders Gräber polnischer Opfer des zweiten Weltkrieges gepflegt. Das war ein besonderes Erlebnis. Bevor es ans Arbeiten ging, hat uns Peter Spitzer, 1. Kreisbeigeordneter und Bürgermeister von Donsieders, erklärt, warum sich diese Gräber gerade hier befinden. Das war richtig spannend. 1942 wurde auf dem Gelände des heutigen Umspannwerkes der Pfalzwerke das sogenannte „DuLag“ errichtet. DuLag bedeutet: Durchgangslager Pirmasens-Nord. Was stand hinter diesem Begriff? Dort hausten ausländische Zwangsarbeiter, vornehmlich aus ihrer Heimat verschleppte Russen und Polen. Sie mussten unter menschenunwürdigen Bedingungen Arbeitsdienste verrichten. Den mörderischen Zuständen fielen in der Zeit von Juli 1942 bis Januar 1945 insgesamt über 500 Menschen zum Opfer. Nach dem Krieg erhielten die russischen Opfer ihre letzte Ruhestätte auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach.

Auf dem Friedhof in Donsieders liegen 36 namentlich bekannte polnische Zwangsarbeiter. Besonders tragisch ist dabei die Tatsache, dass viele Opfer nach einem Fliegerangriff der Alliierten auf die Reichsbahnstation Pirmasens-Nord zu beklagen waren. Getötet von den Befreiern. Unglaublich. Geschichte finde ich nicht immer so prickelnd, aber das hat mich und die anderen schon berührt. Dann ging es ans Arbeiten. Es war genug Werkzeug vorhanden. Die Grabsteine haben die Mädchen gereinigt und die Namen frisch gestrichen. Gehwege haben wir vom alten Sand befreit und mit neuen Steinchen bedeckt. Wir haben wirklich schwer geschuftet. Kann mich kaum erinnern, jemals so geschwitzt zu haben.

Erstaunlich fand ich, dass viele Friedhofsbesucher zuerst neugierig, dann begeistert den Arbeitseinsatz verfolgten. Die Jugend von heute ist vielleicht doch besser als gedacht! Hat sich aber wirklich gelohnt! Der Teil des Friedhofs sieht aus wie neu. Das war jedoch nur die eine Erfahrung. Ein polnisches Mädchen hat uns Deutschen die Geschichte ihres Ururgroßvaters erzählt. Der Vater ihrer Urgroßmutter, sie war damals 10 Jahre alt, war Zwangsarbeiter an der belgischen Grenze. Ihm ist die Flucht zurück nach Polen gelungen. Natürlich musste er sich verstecken, da Polen noch von der Wehrmacht besetzt war. An Heiligabend klopfte es dann ans Fenster. Der Ururgroßvater dachte schon, die Deutschen hätten ihn entdeckt, aber es waren Partisanen in deutschen Uniformen. Die Erleichterung muss ungeheuer gewesen sein.

Ein anderer polnischer Jugendlicher sagte zu mir, dass es wichtig sei , diejenigen, die den 2. Weltkrieg nicht überlebt haben, nicht zu vergessen. In solchen Momenten verstehe ich, warum einige unserer Lehrer so viel Zeit in die Vorbereitung und Durchführung solcher Projekte investieren. Mir kommt auch wieder der Spruch „über der Arbeit an der Vergangenheit sollt ihr eure eigenen Lebensgeschichte schreiben“ in den Sinn. Klingt nach einer gemeinsamen Woche zwischen uns deutschen und polnischen Jugendlichen gar nicht mehr so pathetisch. Die Arbeit auf dem Friedhof war nur ein Teil des gesamten Projektes. Eine offizielle Begrüßung mit Reden und Danksagungen ist natürlich immer dabei.

Den Großteil verbringen wir allerdings mit vielen Aktivitäten, die eigentlich nur ein Ziel haben. Wir können junge Menschen unseres Nachbarlandes kennen lernen. Die polnischen Schüler haben mir erzählt, dass in den Medien ihres Landes sehr viel Negatives über uns berichtet wird. Auch ich höre immer wieder Vorurteile über Polen. In der Schlussbesprechung hat ein polnischer Schüler dann gesagt, die Begegnung mit den deutschen Jugendlichen war kein gewöhnlicher Deutschunterricht. Durch dieses Treffen habe er Deutschland und Deutsche wirklich kennengelernt. Ich weiß, dass es in beiden Ländern Menschen gibt, die nicht an einer freundschaftlichen Partnerschaft interessiert sind. Ich weiß auch, dass ich Vorurteile über Polen weiterhin hören werde. Ich weiß aber auch, dass ich antworten werde: Ich habe in meinem Projekt sehr viele liebenswerte junge Menschen des Nachbarlandes kennengelernt und ich freue mich auf des Wiedersehen im September. Ob ich noch mal durchfallen soll, damit ich noch ein drittes Mal mitfahren kann?

IMG 20190607 121715

Spannender Vortrag über Technik des CERN

Zwar wurden an der BBS Rodalben bislang noch keine Protonen zerlegt, aber immerhin die Schülerinnen und Schüler unserer HBF IT-Syteme über den Aufbau und die Funktionsweise des Teilchenbeschleunigers am CERN informiert.

lhc1

Bei der Europäischen Organisation für Kernforschung spielt neben Physik und Mathematik auf der Suche nach den elementaren Kräften nämlich auch die Informationstechnik eine sehr große Rolle. So bietet das CERN interessante Jobs, Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten im IT-Bereich.

Die Informationen hierzu kamen aus erster Hand von der CERN-Mitarbeiterin Johanna Glutting, die selbst einen Teil ihrer beruflichen Ausbildung an einer BBS absolvierte.

Sie präsentierte den Schülerinnen und Schülern spannende Fakten über komplexe Maschinen mit Supraleitern, verschiedene Beschleuniger, Elementarteilchen auf Höchstgeschwindigkeit und Kollisionsexperimente.

Im Anschluss wurden im Plenum noch viele Fragen gestellt und von Frau Glutting verständlich und anschaulich beantwortet.