BBS Rodalben

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Ein Tag auf vier Rädern

Fachschule Sozialwesen

(von Friederike Taze / FSSOP 17a)
Am Freitag, den 23.11.2018, hatten wir in der BBS Rodalben einen besonderen Besuch von Jörg Holzem, einer wirklich bewundernswert starken und positiven Persönlichkeit.
 Holzem 1

Der ehemalige Forstwirt erlitt 1996 im Alter von 24 Jahren einen schweren Arbeitsunfall, bei dem der Teil eines Baumes auf ihn fiel. Dieser Tag veränderte sein Leben für immer.  Bei dem Unfall wurde sein Rückenmark durchtrennt. Jörg Holzem ist seither querschnittgelähmt. Er musste sehr viele Dinge ganz neu lernen. Allein der Umgang mit dem Rollstuhl erforderte monatelanges Üben.  Wir saßen gespannt da, als uns ein humorvoller und offener Mann seine Geschichte erzählte. Der Sport hat ihm viel geholfen, sein Selbstbewusstsein zu stärken.

Holzem 3     Holzem 2

Mit viel Training und harter Arbeit schaffte er es zum Mannschaftskapitän der deutschen Rollstuhl Rugby Mannschaft und spielte mit ihnen in der ersten Bundesliga. So bereiste er die ganze Welt, bis er diese Position wegen seiner Krankheit aufgeben musste. Heute erzählt er seine Geschichte in Schulen und Kindergärten. Wir konnten ihn alles fragen, was uns auf der Seele brannte. Durch seine Offenheit fiel es uns leichter, auch „unangenehme“ Fragen zu stellen.

Anschließend begleiteten wir ihn zu seinem Fahrzeug, in dem er eine Menge Rollstühle mitgebracht hatte. Jetzt durften wir uns damit vertraut machen: Wir bauten die Rollstühle zusammen, fuhren durch die Turnhalle, übten Alltagssituationen und bekamen ein Gefühl dafür, was es wohl bedeuten muss, sein Leben im Rollstuhl zu verbringen. Mir selbst fiel es schon schwer, eine dünne Sportmatte mit dem Rollstuhl zu überfahren. Besonders beeindruckt waren wir jedoch von seiner Person selbst. Die Art, wie Jörg mit seinem Schicksal umgeht, ist bemerkenswert. Wir, gesunde Menschen, fühlen oft automatisch Mitleid, wenn wir zum Beispiel jemanden im Rollstuhl sehen. Aber dieses Mitleid verfälscht auch unsere Sicht auf die Persönlichkeit. An diesem Tag wurde uns die Möglichkeit gegeben, unsere Haltung gegenüber den Menschen mit Beeinträchtigung zu hinterfragen.

Im Namen der Schüler der Fachschule für Sozialwesen möchte ich mich bei Ihnen, Jörg, bedanken für einen Tag voller Erkenntnisse, wertvoller Erfahrungen und einen Riesenspaß.