BBS Rodalben

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Leitbild - Teilname an Pilotprojekten

BS20-Schulversuchserkenntnisse der BBS Rodalben

Das im Rahmen des Schulversuchs BS20 weiterentwickelte Gesamtkonzept der BBS Rodalben hat folgende Bereiche in den Blick genommen:

  • Schülerindividuelle Unterrichtsorganisation durch „Moodle“-basierte Selbstlerneinheiten

  • Zusammenfassung von zwei Ausbildungsjahren zu einer Lerngruppe im Bereich Metall

  • Bildung von Lernteams aus einer Berufsschulklasse und einer Höheren Berufsfachschulklasse

  • Schaffung organisatorischer Voraussetzungen für eine intensivere Nutzung der hauseigenen „Moodle“-Plattform

  • Einführung des europäischen Computerführerscheins der dlgi als zusatzqualifizierendes Angebot.

Schülerindividuelle Unterrichtsorganisation durch „Moodle“-basierte Selbstlerneinheiten und Zusammenfassung von zwei Ausbildungsjahren zu einer Lerngruppe im Bereich Metall

Berufsschülerinnen und -schüler der Ausbildungsberufe Werkzeugmechaniker/-in und Feinwerkmechaniker/-in sowie Metallbauer/-in und Feinwerkmechaniker/-in haben in der Hälfte der Unterrichtszeit „Moodle“-basierte Selbstlerneinheiten bearbeitet.

Hierbei wurden Lerngruppen aus zwei Ausbildungsjahren zusammen von einer Lehrkraft unterrichtet. Der Unterricht wurde so gestaltet, dass abwechselnd ein Ausbildungsjahr kompetenzorientiert mit intensiver Betreuung der Lehrkraft unterrichtet wurde und das andere Lehrjahr parallel dazu mit höherer Eigenverantwortung didaktisch aufbereitete Lerneinheiten bearbeitete, die von der Lehrkraft über die Lernplattform „Moodle“ zur Verfügung gestellt wurden.

Über „Moodle“-(Selbstlern-)Tests erhielten die Berufsschülerinnen und -schüler Rückmeldung über ihren aktuellen Lernfortschritt. Ergänzt wurden die Lerneinheiten durch zusätzliches differenzierendes Lernmaterial und Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Der Einsatz von „Moodle“-basierten Lerneinheiten mit Lehrvideos hat sich in der Jahrgangssammelklasse von Werkzeugmechanikern und Feinwerkmechanikern sehr gut bewährt.

Es ist zu beobachten, dass zunehmend in Unternehmen auf E-Learning gesetzt wird. Für Fortbildungsveranstaltungen (auch für Lehrkräfte), die von der Industrie angeboten werden, sind häufig Online-Kurse als Zugangsvoraussetzung vorgeschaltet. Ein Ziel der Berufsschulausbildung soll deshalb auch sein, die Schülerinnen und Schüler auf diese Art der Fortbildung vorzubereiten.

Durch webbasiertes Lernen haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in ihrem individuellen Lerntempo zu arbeiten und Versäumtes leichter nachzuholen. Auch ein schneller Zugriff auf Video-Erklärungen zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen unterstützt die individuelle Förderung. Spezielle Inhalte können zudem besser an betriebliche Anforderungen (und Schülerbedarfe) angepasst werden. Im Unterricht erfolgt eine Verlagerung des Schwerpunkts weg von der Wissensvermittlung und hin zur Anwendung.

Bei der Vorstellung der Lernplattform „Moodle“ gab es anfangs deutliches Interesse seitens der Betriebe. Dies war jedoch wenig nachhaltig, mittlerweile nutzen die Betriebe die Zugänge zur Lernplattform eher nicht mehr.

Das Heranführen der Schülerinnen und Schüler an das Selbststudium mit Videomaterial ist notwendig, da sie es gewohnt sind, Videos zur Unterhaltung und mit vielen Ablenkungen als „Nebenbeschäftigung“ zu sehen. Dieser Umgang mit Lehrvideos ist nicht zielführend und muss thematisiert werden. Der effektive Einsatz von Lehrvideos setzt voraus, dass Zeit und Unterstützung durch Lernbegleiter für das Aneignen der diesbezüglichen Medienkompetenz eingeplant wird.

Onlinetests, die automatisiert ausgewertet werden und so den Schülerinnen und Schülern unmittelbar Rückmeldung geben, haben sich sehr gut bewährt. Die unmittelbare Vergleichsmöglichkeit der erreichten Punkte untereinander hat Schülerinnen und Schüler auch zu wettbewerbsorientiertem Handeln motiviert.

Schülerinnen und Schüler benötigen unmittelbare individuelle Rückmeldung, um ihren Lernerfolg richtig einschätzen zu können. Die Lehrendenrolle soll sich weiter verändern – von der Wissensvermittlung zum Design individualisierbarer Lernumgebungen, zur Lernberatung und zum Coaching. Weiterhin ist ein kontinuierlicher Kommunikationsprozess mit den Ausbildungsbetrieben notwendig, die Betriebe sollten in den Schulalltag eingebunden sein. Ziel ist es, Ausbildungsbetriebe von der Einführung betriebsinterner Lernplattformen zu überzeugen und gegebenenfalls eine Vernetzung mit der schulischen Lernplattform anzustreben.

Bildung von Lernteams aus einer Berufsschulklasse und einer Höheren Berufsfachschulklasse

Als neue schulische Organisationseinheit sind Lernteams erprobt worden, indem die Berufsschulklasse Bürokaufleute Fachstufe II teilweise aufgelöst und gemischte Lernteams mit Schülerinnen und Schülern der Höheren Berufsfachschule Organisation und Office Management (HBFOO) Oberstufe gebildet wurden. Diese Lernteams wurden in einem gemeinsamen Raum von einer Lehrkraft überwiegend projektartig unterrichtet.

Stundenplantechnisch wurden die „Projektstunden“ der Berufsschulklasse parallel zu den entsprechenden Lernbereichen der Projektklasse(n) der HBFOO gelegt, sodass auch eine gemeinsame Beschulung möglich war. Inhaltlich arbeiteten die betroffenen Fachlehrkräfte ausgesuchte (digitale) Unterrichtsbausteine aus, die gemeinsam von den Schülerinnen und Schülern der Bürokaufleute und der HBFOO bearbeitet wurden. Außer den schulorganisatorischen Vorteilen eines Y-Zugs allgemein, erbrachte die Umsetzung noch den Vorteil, dass die Auszubildenden die Rolle von Experten übernahmen.

Werden gemeinsame Lerngruppen mit Schülerinnen und Schülern aus Berufsschulklassen und HBF-Klassen gebildet, müssen die angestrebten Fachkompetenzen auf ähnlichem Anforderungsniveau nach den Lehr- und Arbeitsplänen unterrichtlich thematisierbar sein. Intern wurden diese Erkenntnisse bereits in die hauswirtschaftliche Abteilung transferiert, denn dort sind die Gelingensbedingungen ebenfalls gegeben.

Schaffung organisatorischer Voraussetzungen für eine intensivere Nutzung der hauseigenen „Moodle“-Plattform

Zur Implementierung webbasierter Lernformen wurden die organisatorischen Voraussetzungen für eine intensive Nutzung unserer „Moodle“-Plattform geschaffen und auf „Moodle“- basierende Unterrichtskonzepte entwickelt und durchgeführt.

Hierfür notwendige organisatorische Arbeiten (ein eigener Server stand bereits zur Verfügung):

  • alle Berufsschülerinnen und -schülern werden bei „Moodle“ angelegt und erhalten ihre persönliche Zugangskennung; auf Wunsch erhalten auch betriebliche Ausbilder Zugriffsrechte

  • jede Lerngruppe/Klasse erhält einen eigenen Bereich

  • zusätzlich werden lerngruppenübergreifende Kurse angelegt

  • neue Accesspoints wurden im Schulgebäude eingerichtet und ermöglichen in Verbindung mit Schul-Tablets den Zugriff auf die „Moodle“-Plattform aus allen Schulräumen über WLAN

  • die dauerhafte Überwachung datenschutzrechtlicher Aspekte wurde sichergestellt

Bezüglich der Unterrichtskonzepte wurden zwei Alternativen entwickelt:

Alternative 1: Erarbeitungsphase mit Nutzung von Instruktionsvideos
Zum Einstieg wird das Problem aufgeworfen und strukturiert. In der Erarbeitung informieren sich die Schülerinnen und Schüler über Instruktionsvideos und erarbeiten anschließend die Lösung des Problems (ggf. mit Leitfragenbeantwortung in „Moodle“). In der Präsentations- und Besprechungsphase erfolgen die Auswertung der Problemlösungen und eine differenzierte „Moodle“-basierte Vertiefung der erarbeiteten Kompetenzen. Diese Vorgehensweise wurde vorwiegend bei den Berufen Konstruktionsmechaniker/- in und Metallbauer/-in sowie bei Feinwerkmechaniker/-in und Werkzeugmechaniker/-in erprobt.

Alternative 2: Über „Moodle“ organisierte Projekte
Beispiel: Lernfeld 1 der Metallbauer/in und der Konstruktionsmechaniker/in: Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen:

  • Erste Phase: Schülergruppen erstellen zu ausgewählten Werkzeugen unter Zuhilfenahme von auf „Moodle“ eingestellten Lernmaterialien Instruktionsvideos und einen „Moodle“-Kontrollfragenkatalog.

  • Zweite Phase: Die in der ersten Phase erstellten Videos werden von den anderen Gruppen gesichtet, die Kontrollfragen werden beantwortet und die Qualität der Videos wird bewertet und reflektiert.

Leider wurde die Alternative 2 nicht erprobt, da die verantwortliche Lehrkraft versetzt wurde.

Erst eine regelmäßige Nutzung der Lernplattform macht diese zu einem selbstverständlichen und eingeübten Werkzeug und schafft so erst den Mehrwert für Lehrkräfte und Lernende.

Ähnliches gilt für den Einsatz von Mobilgeräten. Auch hier zeigte sich, dass der Aufwand für die Bereitstellung der Geräte und die notwendige Einweisung nur dann zu vertreten ist, wenn der Einsatz über einen längeren Zeitraum oder sehr häufig erfolgt.

Gelingensfaktoren für die Implementierung webbasierter Lernformen sind ein eigener „Moodle“-Server und das routinemäßige Anlegen eines Zugangs für alle am Lehrbetrieb beteiligten Lernenden und Lehrenden.

Lehrvideos über WLAN-Zugänge im Klassenverbund zu nutzen, stößt bei Zugängen mit 16.000 Mbit Bandbreite, wie sie an vielen Schulstandorten üblich sind, schnell an seine Grenzen. Hier musste häufig auf kabelgebundene Zugänge in PC-Räumen zurückgegriffen werden. Jedoch liefen auch hier die Videos mangels Bandbreite nicht unterbrechungsfrei. Einige Lernende griffen auf ihr Smartphone mit LTE zurück. Anzustreben ist hier der Einsatz der persönlichen Geräte (Smartphone, Tablet oder auch Laptop), um solche Rüstzeiten möglichst vollständig zu vermeiden.

Technische Voraussetzungen sind eine ausreichende Kapazität der Lernplattform, Speichervolumen und eine sehr hohe Bandbreite für eine sehr schnelle Internetverbindung. Die Abhängigkeit von außerschulischen Dienstanbietern (YouTube) sollte durch eine landeseigene Video-Plattform entfallen.

Die Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern war anfangs noch nicht hinreichend vorhanden; die Lernenden ließen sich teilweise ablenken und waren unkonzentriert. Eine Anleitung zum Umgang mit Lehrvideos ist erforderlich. Die Nutzung der „Moodle“-Plattform sollte zunächst angeleitet im Unterricht eingeführt werden. Die Onlinetests/Anwendungsaufgaben zur Selbstevaluation/Rückmeldung steigerten die Motivation, denn Lehrvideos lassen sich wiederholen und unterbrechen. Die Schülerinnen und Schüler sollten hierzu Hinweise erhalten, weil es nicht ihren alltäglichen Video-Konsum-Gewohnheiten entspricht.

Die Verständnisfragen gaben den Lehrkräften wichtige Hinweise für die Überarbeitung der eigenen Lehrvideos. So verbessert sich die Qualität erheblich.

Damit verbunden war jedoch ein hoher zeitlicher Aufwand für die Lehrkräfte für die eigene Erstellung, aber auch für die Sichtung von Angeboten im Internet. Die ausschließliche Verwendung von fremd erstellten Videos führte zu geringerer Akzeptanz seitens der Lernenden: „Da kann ich ja gleich daheim bleiben und mir YouTube-Videos anschauen“.

Medien zur Erstellung eigener Lehrvideos sind inzwischen zwar relativ einfach zu bedienen und für jede Schule erschwinglich, aber die erforderliche Medienkompetenz ist bei weitem nicht bei jeder Lehrkraft vorhanden. Die Entwicklung induktiver webbasierter Unterrichtskonzepte mit Einbindung von Lernvideos ist sehr herausfordernd.

Zum Tausch unter den Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung gestellte Medien sollten leicht bearbeitbar sein (also auch Drehbuch, PowerPoint-Präsentation einzelne Video-/Audio-Dateien, Aufgabenvorlagen, Fragenpool etc. mit einstellen, damit eine schnelle Anpassung auf die Lerngruppe erfolgen kann).

Eine themenbezogene Zusammenarbeit über Schul- und Ländergrenzen hinweg erscheint sinnvoll.

An den BBSen könnten haupt- oder nebenberufliche Medienassistenten zur dauerhaften und umfassenden Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen bei der Erstellung von hochwertigen Online-Lern-Medien beschäftigt werden.

Eine stärkere Zusammenarbeit mit Schulbuchverlagen bei der Entwicklung von Online-Lern-Medien wäre ebenfalls wünschenswert.

Die Motivation der medienkompetenten Kolleginnen und Kollegen sollte durch ein Anreizsystem erhöht werden, zeitaufwendige Erstellung von Online-Lern-Medien anzugehen und diese anderen frei zugänglich zu machen. Auch eine stärkere Einbindung der Studienseminare wäre sinnvoll.

Ergebnisse des „Mapping OER (Open Educational Resources) Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten“ bestätigen, dass Medien leicht auffindbar sein müssen – diese Forderung wird sich in Zukunft immer schwerer erfüllen lassen. Lehrkräfte sollten daher auf landesweite, besser bundesweite und strukturierte Ressourcen (Plattform) zugreifen können.

Außerdem besteht häufig Unsicherheit darüber, ob urheberrechtliche Beschränkungen bei teilweise selbsterstellten Medien verletzt werden. An den BBSen könnten haupt- oder nebenberuflichen Medienassistenten auch hinsichtlich Datenschutz und Urheberrecht beraten.

Die im Schulversuch BS20 zur Verfügung gestellten investiven Mittel wurden für folgende technische Weiterentwicklungen verwendet:

  • WLAN-Router: Access-Points für Klassenräume

  • Tablets

  • Kopfhörer

  • PC/Laptoparbeitsplätze mit Videobearbeitungssoftware Camtasia Studios/Snagit für die Erstellung von Lehrvideos

  • Video-Studio

WLAN-Router als Radius-Server ermöglichen zusammen mit den Tablets als Klassensatz den flexiblen Einsatz in jedem Klassenraum. Als Folge der hohen Rüstzeiten ist der Einsatz nur bei häufigem und dauerhaftem Einsatz sinnvoll. Die Bandbreite erweist sich in vielen Fällen für den Einsatz von Lehrvideos als nicht zufriedenstellend. Ein Ausweichen auf kabelgebundene Systeme war deshalb des Öfteren erforderlich.

Die Software zur Videoerstellung (Camtasia und Snagit) wurde von der Firma TechSmith für die Dauer des Schulversuchs kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Software ist einfach zu bedienen. In einem einmaligen Workshop konnten die Grundlagen der Videoerstellung erworben werden. Die Videoerstellung selbst - von der Idee über den Erstentwurf bis zur Endfassung - erfordert hingegen sehr viel Zeit.

Die aufwändige Erstellung von Videomaterial kann nur effizient sein, wenn die Materialien einem großen Nutzerkreis zur Verfügung gestellt werden können. Das setzt zentrale Plattformen mit möglichst freiem, unbürokratischem Zugang voraus. Bestehende Plattformen, wie z. B. der BSCW-Server unterliegen hierfür zu großen Einschränkungen. Videomaterial, das vor einer Sichtung komplett heruntergeladen werden muss, ist nicht akzeptabel.

Kommerzielle werbefinanzierte Quellen wie YOUTUBE haben den Nachteil, dass keine Begleitmaterialien, wie Onlinetests hinzugefügt werden können.

Einführung des europäischen Computerführerscheins der dlgi als zusatzqualifizierendes Angebot

Die BBS Rodalben hat sich dazu entschlossen, den europäischen Computerführerschein (ECDL-Zertifikat) der dlgi als zusatzqualifizierende Maßnahme anzubieten und den damit verbundenen Verwaltungsaufwand für alle Schülerinnen und Schüler der Berufsschulklassen und –lerngruppen zu übernehmen.

Die Schule:

  • informiert ab 2016 alle Schülerinnen und Schüler über das Angebot

  • übernimmt die Information der Ausbildungsbetriebe interessierter Schülerinnen und Schüler.

  • verwaltet die Anmeldung inklusive der Prüfungsgebühren

  • beschafft die benötigten Cert IDs bei der dlgi (Dienstleistungsgesellschaft für Informatik)

  • informiert die angemeldeten Schülerinnen und Schüler über die verschiedenen Möglichkeiten der selbstgesteuerten Vorbereitung auf die Prüfungen („Moodle“-Kurse, Apps, Lehrbücher etc.)

  • legt die Prüfung bei der dlgi an

  • weist den Prüfungsteilnehmerinnen und –teilnehmern eine Cert-ID sowie die Prüfungen zu

  • führt die Prüfung (und Nachprüfungen) durch und stellt die Zertifikate aus

Bisher meldeten sich ausschließlich Berufsschülerinnen und -schüler mit kaufmännischen Berufen und überwiegend aus den ersten Ausbildungsjahren an.

Ausbildungsbetriebe von Interessierten wurden über das zusatzqualifizierende Angebot informiert. Viele der angeschriebenen Betriebe waren bereit, die Kosten in Höhe von 87 € zu übernehmen.

Trotz Anmeldung und zahlreicher (Nach-)Prüfungstermine haben die meisten Lernenden das Zertifikat noch nicht erhalten, weil noch nicht alle vier Module bestanden wurden. Das selbstständige Erarbeiten mit zur Verfügung gestellten Büchern und Online-Lerneinheiten fällt den Berufsschülerinnen und –schülern schwer.

Begründen lässt sich dieses Ergebnis u.a. mit der zeitlichen Belastung der Auszubildenden durch Arbeiten und Lernen für Klassenarbeiten und Prüfungen. Die Vorbereitung auf zusatzqualifizierende Prüfungen wird demgegenüber nicht priorisiert.

Das zusatzqualifizierende Angebot muss an den Ausbildungsberuf angepasst werden. Zusätzlich zu den erforderlichen Zertifizierungsprüfungen sollten keine Zwischen- oder Abschlussprüfungen des Ausbildungsberufes terminiert sein.

Die Anzahl der Anmeldungen steigt, wenn die Kosten durch die Ausbildungsbetriebe übernommen werden. Dies setzt eine Information der Ausbildungsbetriebe interessierter Schülerinnen und Schüler voraus. Begleitende Vorbereitungskurse durch die BBS könnten den Erwerb der Zertifikate erleichtern.

Mit einer ähnlichen Vorgehensweise könnten zusatzqualifizierende Angebote für hauswirtschaftliche und gewerbliche Berufe angeboten werden.