FACHSCHULE SOZIALWESEN

Fachschule für Sozialwesen

Fachrichtung Sozialpädagogik in Teilzeit (staatlich anerkannte Erzieher*innen)

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1. Zielsetzung und Dauer

In der Fachrichtung Sozialpädagogik werden die Schüler*innen befähigt, als Erzieher*innen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und anderen sozial- und sonderpädagogischen Praxisfeldern und der Ganztagsschule tätig zu sein.

Die Ausbildung findet an den Lernorten Schule und Ausbildungsstätte statt, die als kooperierende Partner die Ausbildung begleiten. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung trägt die ausbildende Schule.

Die Ausbildung kann entweder berufsbegleitend oder in Teilzeit absolviert werden.

 Berufsbegleitende Ausbildungsform

Die Ausbildungsdauer beträgt insgesamt 3 Jahre. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie in einem hauptberuflichen Beschäftigungsverhältnis als pädagogische Mitarbeiter*innen in Teilzeit mit mindestens 19,5 Stunden (3 Tage pro Woche) in einer sozialpädagogischen Einrichtung arbeiten. An zwei Wochentagen besuchen Sie die Fachschule. Der wöchentliche Unterricht umfasst in dieser Form bis zu 22 Wochenstunden.

Im Rahmen der Ausbildung absolvieren Sie ein Praktikum, das insgesamt 120 Stunden dauert.

Das Berufspraktikum ist in die Ausbildung integriert und erstreckt sich über alle drei Ausbildungsjahre.

Reguläre Teilzeitausbildung

Die Ausbildungsdauer beträgt insgesamt 4 bis 5 Jahre. Sie besuchen an 2 Tagen pro Woche die Schule. Der schulische Ausbildungsabschnitt dauert 3 Jahre.  In dieser Zeit absolvieren Sie mindestens zwei Praktika von insgesamt 12 Wochen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern in anerkannten Ausbildungsstätten. Anschließend findet das Berufspraktikum in Vollzeit oder Teilzeit statt (1 oder 2 Jahre).

Die Praktika sollen mindestens zu einem Drittel in den Ferien abgeleistet werden. Die zeitliche Verteilung und Organisation regelt die Fachschule.

Die Leistungen der Schüler*innen während des Praktikums werden von entsprechend ausgebildeten Fachkräften beurteilt.

Die Wahl der Praktikumsstelle bedarf der Zustimmung der Fachschule.

2. Aufnahmevoraussetzungen

(1) 1. Ein qualifizierter Sekundarabschluss I und

a)  der Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung oder nach Landes- oder sonstigem Bundesrecht oder eine als gleichwertig anerkannte Ausbildung oder

b)  der Abschluss einer mindestens der Laufbahn des zweiten Einstiegsamtes gleichwertigen Ausbildung in einem Beamtenverhältnis oder

c)  eine mindestens dreijährige hauptberufliche einschlägige Tätigkeit oder

d)  das mindestens dreijährige Führen eines Familienhaushalts mit mindestens einem minderjährigen Kind oder

2.  die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife in Verbindung mit einer mindestens viermonatigen einschlägigen praktischen Tätigkeit für die reguläre Teilzeitausbildungsform. Im Falle eines berufsbegleitenden Bildungsgangs umfasst die einschlägige praktische Tätigkeit mindestens 240 Stunden.

Bei ausländischen Bildungsabschlüssen sind deutsche Sprachkenntnisse mindestens auf dem Niveau B 2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) nachzuweisen.

Bei der berufsbegleitenden Ausbildungsform ist zusätzlich ein bestehendes hauptberufliches Beschäftigungsverhältnis in einer sozialpädagogischen Einrichtung im Umfang von mindestens der Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit nachzuweisen.

(2)Auf die Tätigkeit nach Absatz 1 Nr. 1 Buchst. c, d, und Nr. 2 werden im Umfang der abgeleisteten Monate angerechnet:

1.  Die Ableistung eines freiwilligen sozialen Jahres gemäß dem Jugendfreiwilligendienstgesetz vom 16. Mai 2008 (BGBl.I S.842) in der jeweils geltenden Fassung, das geeignet ist, auf die nachfolgende Berufsausbildung vorzubereiten,

2.  Die Ableistung eines Bundesfreiwilligendienstes gemäß dem Bundesfreiwilligendienstgesetz vom 28. April 2011 (BGBl. I S. 687) in der jeweils geltenden Fassung, das geeignet ist, auf die nachfolgende Berufsausbildung vorzubereiten,

3.  Eine einschlägige ehrenamtliche Tätigkeit.

(3) Die Schulbehörde kann die Aufnahme anderer Bewerberinnen und Bewerber genehmigen, wenn deren Bildungsstand und beruflicher Werdegang den Aufnahmevoraussetzungen des jeweiligen Bildungsganges gleichwertig sind. Die Schulbehörde kann abweichend von den Voraussetzungen nach den Absätzen 1 und 2 und Satz 1 im Einzelfall auf der Grundlage einer Stellungnahme der Fachschule die Aufnahme auf Antrag von Bewerber*innen genehmigen, wenn in deren Person Gründe vorliegen, die die fachliche Eignung der Bewerber*innen für einen erfolgreichen Abschluss des Bildungsgangs bestätigen. Die fachliche Eignung für den erfolgreichen Abschluss des Bildungsgangs kann dabei insbesondere durch Lebensleistungen der Bewerber*innen begründet werden.

3. Anrechnung einschlägiger Vorbildung als Sozialassistentin oder Sozialassistent und einschlägiger hochschulischer Vorbildung

Die einschlägige berufliche Qualifikation als staatlich geprüfte Sozialassistentin / staatlich geprüfter Sozialassistent wird auf Antrag angerechnet, sofern ein mittlerer Schulabschluss vorliegt, um die Dauer der Fachschule Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik zu verkürzen.

Die Anrechnung einschlägiger hochschulischer Vorbildung aus affinen oder bedingt affinen Studiengängen ist im Rahmen von Einzelfallentscheidungen durch das Ministerium für Bildung möglich.

Entsprechende formlose Anträge sind einschließlich entsprechender Nachweise der Studienleistungen bei der Fachschule einzureichen.

Weitere Informationen zur Anrechnung einschlägiger Vorbildung finden Sie auf dem Kita-Server unter: https://kita.rlp.de/traeger-und-fachkraefte/ausbildung-und-studium/verkuerzungsmoeglichkeiten.

4. Bewerbungsunterlagen
  • Aufnahmeantrag
  • Bewerbungsschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf
  • ein Lichtbild neueren Datums (bitte rechts oben auf den Lebenslauf kleben)
  • beglaubigte Kopien der Abschluss-/Prüfungszeugnisse
  • ggf. Nachweise über Berufsausbildung bzw. berufliche Tätigkeiten
  • ggf. Geburtsurkunde des Kindes
  • für die berufsbegleitende Teilzeitausbildung
    • Anmeldung zur berufsbegleitenden Teilzeitausbildung (s. Vordruck)
    • Nachweis der geforderten Qualifikation zur Praxisanleitung der betreuenden pädagogischen Fachkraft
    • Kooperationsvereinbarung (s. Vordruck) in dreifacher Ausführung
  • bei Bewerbern mit ausländischer Staatsbürgerschaft ein Nachweis über das Aufenthaltsrecht
  • bei Bewerbern mit ausländischen Zeugnissen die Anerkennung des jeweiligen Abschlusses durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier
5. Unterrichtsorganisation in Lernmodulen
  • Der Unterricht gliedert sich in Lernmodule, die durch Zielformulierungen beschrieben sowie durch Lerninhalte und Unterrichtszeiten konkretisiert werden. Bezeichnungen, Zielformulierungen und Lerninhalte der Lernmodule orientieren sich an pädagogischen Prozessen sowie an beruflichen Aufgabenstellungen.
  • Die Lernmodule sind projektorientiert zu unterrichten. Sie können in einem Schuljahr oder schuljahresübergreifend unterrichtet werden.
  • Die Schule legt vor Beginn des Unterrichts die zeitliche Abfolge der Lernmodule über die Dauer des Bildungsganges fest, wobei die Vorgaben der Stundentafel zur zeitlichen Lage der Lernmodule in der berufsbegleitenden Form einzuhalten sind.

Die Lernmodule der Fachrichtung Sozialpädagogik

(Gesamtstundenzahl in Teilzeit: 2400 Stunden)

  • S-FÜ-1: In beruflichen Situationen professionell kommunizieren
  • S-FÜ-2: In einer Fremdsprache berufsbezogen kommunizieren
  • S-FÜ-3: Gesellschaftspolitische und rechtliche Rahmenbedingungen im beruflichen Handeln berücksichtigen
  • S-FÜ-4: Naturwissenschaftliche, mathematische und technische Grundlagen im beruflichen Handeln berücksichtigen
  • S-SP-1: Berufliche Identität und professionelle Perspektiven weiterentwickeln
  • S-SP-2: Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten
  • S-SP-3: Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern
  • S-SP-4: Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten
  • S-SP-5: Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen
  • S-SP-6: Institution und Team entwickeln sowie in Netzwerken kooperieren
  • S-SP-7a: Prozesse religiöser Bildung und Erziehung gestalten (Evangelische Religion/Religionspädagogik)
  • S-SP-7b: Prozesse religiöser Bildung und Erziehung gestalten (Katholische Religion/Religionspädagogik)
  • S-SP-7c: Prozesse ethisch-philosophischer Bildung und Erziehung gestalten
  • S-SP-8: Fachpraktische Kompetenzen im Berufspraktikum erweitern und ein Abschlussprojekt planen, durchführen und reflektieren
  • S-SP-9: Vertiefung in einem Bildungsbereich/Querschnittsthema und in einem Arbeitsfeld/in Bezug auf eine Zielgruppe
6. Möglicher Abschluss und Übergangsmöglichkeiten

Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen, in der die in der Ausbildung erworbene Gesamtqualifikation festgestellt wird. Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil sowie einem Abschlussprojekt.

Mit dem Abschlusszeugnis wird die Berechtigung verliehen, die Bezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin / staatlich anerkannter Erzieher (Bachelor Professional in Sozialwesen)“ zu führen.

Der Abschluss der Fachschule in der Fachrichtung Sozialpädagogik entspricht der Rahmenvereinbarung über Fachschulen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 7.11.2002 in der jeweils gültigen Fassung) und wird von allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt. Er berechtigt gemäß §65 Abs. 3 S. 2 HochSchG in Rheinland-Pfalz zum Studium an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten.

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